“Rote Falken heraus, rote Falken heraus, laßt die Banner wehen. Die Freiheit ist unser Ziel.” - heisst es in einem unserer Lieder, das wir auch noch heute singen.
Wir, die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken, sind ein bundesweit tätiger Kinder- und Jugendverband, dessen Wurzeln bis in das Jahr 1904 zurückreichen. Wir organisieren uns selbst. Wir veranstalten Freizeit- und Bildungsangebote, wie z.B. regelmäßige Gruppenstunden vor Ort, politische Seminare und kulturpolitische Aktionen, Zeltlager und Ferienfreizeiten.
Bei uns verbringen Kinder und Jugendliche ihre Freizeit und machen ihre ersten Erfahrungen mit Politik im Kleinen, entwickeln eigene Vorstellungen und setzen sich dafür ein. Politik hat etwas mit uns zu tun, mit unseren Interessen und unseren Bedürfnissen. Wir wollen nicht, dass die Welt so bleibt wie sie ist, weil sie ungerecht ist.
Wir „Falken“ wehren uns gegen Rassismus, Ausbeutung und Unterdrückung, gegen Umweltzerstörung und Sozialabbau, Krieg und Ungerechtigkeit. Wir treten ein für Kinderrechte, Selbstbestimmung, Solidarität und soziale Gerechtigkeit. Wir wollen Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit und Selbstbestimmung.
Wir wissen, dass dies nur geht, wenn die Gesellschaft grundlegend geändert wird. Ziel ist es, dass Kinder und Jugendliche zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen, die in der Lage sind, ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten, ihre Interessen (er-)kennen und gemeinsam mit anderen versuchen, diese durchzusetzen.
Unsere Vorstellungen von einer besseren und gerechteren Welt versuchen wir schon heute zu leben – in unserer Gruppenarbeit, bei unseren Aktionen, Freizeiten und Zeltlagern, also kurzum gesagt in unserem Verbandsalltag.
Warum sind wir anders als die anderen
Diese nette Selbstdarstellung haben wir irgendwann mal im Dschungel des www aufgestöbert und wollen sie Euch nicht vorenthalten, da sie ganz gelungen ist:
Warum Falken anders sind? Versuch einer „alternativen“ Selbstdarstellung – Verfasser unbekannt
Wir haben eine Utopie und begreifen, dass wir ein Interesse daran haben, sie zu teilen. Wir nehmen Leute ernst. Wir nehmen Leute jeden Alters ernst. Wir sind eher bereit als andere, mit jüngeren Verantwortung zu teilen. Wir sind offen, uns andere Meinungen anzuhören. Wir sind eher bereit als andere, andere Meinungen aufzunehmen (auch wenn diese uns nicht im Gewand großer Sachkenntnis dargeboten werden). Wir sind vielfältig. obwohl wir keineswegs beliebig sind, gibt es bei uns nicht “die richtige Meinung” und die “abweichende Meinung”. Wir experimentieren, weil wir lernen wollen. Unser Chaos ist produktiv. Wir sind Lebensraum. Wir treffen uns auch außerhalb von Falkenaktivitäten in unseren Lebensräumen und nehmen dort in unserem täglichen Zusammenleben Teile unserer Utopie vorweg. Wir haben Spaß miteinander. Wir sind solidarisch untereinander und mit anderen. Wir helfen z.B. anderen Organisationen oder auch Privatpersonen, ohne daraus einen direkten Vorteil zu ziehen. Autorität gibt es bei uns nur als Sachautorität.
Wir sind (weitgehend) selbstorganisiert, bei uns ist (fast) alles möglich, was sich selbst organisieren läßt. Wir sind pragmatisch. Oft sind wir erstaunlich unbürokratisch und effektiv. Wir sind selbstkritisch. Wir lassen uns kritisieren, gerne sogar. Wir erklären die Welt auf allen Ebenen. Wir vermitteln Zusammenhänge statt Ansichten. Wir denken in sehr großen und sehr kleinen Maßstäben mit Methode. Wir sind ziemlich emanzipiert, ohne dabei all zu sehr zu verkrampfen.
Wir sind politisch. Wir sagen, dass das Private politisch ist. Bei uns ist das Politische privat. Wir sind progressiv und geschichtsbewusst. Wir sehen die Notwendigkeit, aus der Geschichte zu lernen. Wir sind in der Lage und aber auch bereit Geschichte ständig neu zu bewerten. Wir haben auf (fast) alles eine Antwort. Wir benennen Alternativen.
Unser Ortsverband
… ist Teil des Kreisverbandes Viersen, der wiederum zum Bezirk Niederrhein gehört. Der Kreisverband Viersen besteht aus unserem Ortverband und dem Ortsverband Viersen. Unser Ortsverband umfasst die drei Gemeinden Schwalmtal, Brüggen und Niederkrüchten. Wir werden im Bezirk Niederrhein auch „liebe“voll als Ortsverband „Ostholland“ wegen unserer geographischen Nähe an die Niederlande betitelt. Wir liegen also geographisch gesehen zwischen Mönchengladbach und Venlo / Roermond (NL), deswegen auch die Kurzbezeichnung OV Schwalmtal-Grenzland. Dem Ortsverbandsvorstand, welcher am 27. Februar 2011 für die nächsten zwei Jahre gewählt wurde, gehören zur Zeit in folgenden Funktionen an:
- Vorsitzender: Benjamin S.
- Stellvertretender Vorsitzender: Sven H.
- Organisationsreferent: Markus K.
- Beisitzer/innen: Eva A., Martin A., Jerome B., Maike E., Helen R. und Tarek S..
Eine kleine, aber sicherlich unvollständige Chronik
Unser Ortsverband wurde am 04.02.1988 unter Federführung von Wolfgang Hiepen, Sascha Zander, Milan Stojanovic und einigen anderen gegründet. Seitdem haben wir schon einige Höhen und Tiefen in der Falken-Arbeit erlebt, die auch den ein oder anderen von uns sicherlich geprägt haben. Lange Jahre waren wir ein mehr oder weniger gern gesehener Untermieter im Büro der SPD Schwalmtal. Dabei mussten wir dann feststellen, dass nicht alle in der SPD uns so freundlich gesonnen waren. Das Verhältnis wurde immer gespannter und so verließen wir das SPD-Büro am Waldnieler Markt.
Im Jahre 1993 vollzogen wir einen Ortswechsel. Wir wurden von der AWO Schwalmtal, zu der wir seit je her ein freundschaftliches Verhältnis haben, in deren Ladenlokal aufgenommen, um dort auch weiterhin unsere vielfältige und lebendige Ortsverbandsarbeit (vor allem regelmäßige Gruppenstunden) durchführen zu können. Von 1996 bis Mitte 2006 waren wir dann „gleichberechtigter“ Partner mit der AWO Schwalmtal, da wir das Ladenlokal zu gleichen Teilen nutzten und demzufolge auch bei Miete fifty-fyfty machten.Wir mussten im Sommer 2006 leider unser gemeinsames Ladenlokal aufgeben, da die AWO ihren Mietanteil nicht mehr aufbringen konnte.
Glücklicherweise ergab sich für uns aber – nachdem es anfangs sehr schlecht aussah – die Möglichkeit sozusagen nur ein Haus weiter zu ziehen. Vom 1. Juli 2006 bis Ende Februar 2009 hatten wir unseren Sitz in der Lange Straße 14. Die Räumlichkeiten waren deutlich kleiner, dafür aber für uns alleine finanzierbar nutzbar! Unsere Vermieterin entschloss sich im Spätsommer 2008 ihren Lebensmittelpunkt in die Türkei zu verlagern und das Haus zu verkaufen. Also hieß es für uns wieder - Räume suchen!
Nach rund einmonatiger Renovierungsarbeit bezogen wir zum 1. März 2009 dann unsere neuen Raumlichkeiten - auf der Dülkener Straße, Hausnummer 7. Auch gar nicht weit weg von unserem alten Gruppenraum, so daß wir den Umzug auch mal wieder "zu Fuß" bewältigen konnten. Wir haben unseren Raumlichkeiten auch einen Namen gegeben - "SoFaLo". "SoFaLo" steht für "Sozialistisches Falken Lokal".
Alle unsere Räumlichkeiten sind damit in unserer Ortsverbandsgeschichte in Waldniel in einem Radius von ca. 200 Metern gelegen. Genug zur "Orts"chronik...
Unvergessen sind sicherlich die Gründungsphase, unsere ersten Zeltlager und Heimfreizeiten, unser KV-Zeltlager 1994 in Ungarn am Plattensee - weswegen der Kreisverband inhaltlich und personell noch bis heute tief zerstritten ist - (Wir hoffen aber, dass sich sich das auch mal wieder ändern wird und sind da eigentlich auch guter Dinge!), unsere Diskussionsveranstaltung 1994 mit Gregor Gysi (damals PDS, heute Die.Linke), 1995 mit Ignatz Bubis (damaliger Zentralratsvorsitzender der Juden in Deutschland), 1998 mit Detlev von Larcher (damaliger Sprecher der SPD-Linken) und Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen), unsere zahlreichen Rote-Falken-Discos und der Richtungsstreit über die pädagogische und politische Ausrichtung der Gruppenarbeit in unserem Ortsverband 1996 (Auslöser war ein mehr als „peinliches“ Flugblatt zum 10. Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl). Der Ortsverband verlor dadurch eine Menge Mitglieder, und wir hatten einige Jahre zu kämpfen, um wieder neue Gruppen und den Ortsverband aufzubauen, was uns aber zum Glück durch unsere gute Zeltlagerarbeit nachhaltig gelungen ist.
Von 1997 bis 2009 gehörten wir der ehemaligen Arbeitsgemeinschaft bzw. dem ehemaligen Zusammenschluss und der jetzigen Regio „Linker Niederrhein“ an. Unsere Mitgliedschaft "ruht" dort momentan.
Unsere derzeitigen Arbeitsschwerpunkte liegen in der traditionellen Falken-Gruppenarbeit, der Antifa-Arbeit im Hinblick auf ein Erstarken der rechten Szene im Kreis Viersen, der Durchführung unseres ersten eigenen Zeltlagers, der Gewinnung und Qualifizierung neuer Ehrenamtler/innen und der Durchführung von Konzerten / Festivals.
In 2004 feierte die SJD – Die Falken ihr 100jähriges Bestehen. Uns gab es damals erst 16 Jahre. 2008 haben wir unseren 20. Geburtstag gefeiert und hoffen, dass wir noch viele weitere runde Geburtstage im Grenzland feiern können, da es in der politischen Diaspora nicht einfach ist für uns. So müssen wir z.B. unsere Räumlichkeiten auf dem Gewerbeimmobilienmarkt anmieten, was in der Regel nicht gerade preiswert ist. Geld, daß wir lieber unmittelbar in unsere (offene) Kinder- und Jugend(verbands)arbeit stecken würden. Aber die im KJHG vorgesehene Trägervielfalt gibt es im Grenzland nicht wirklich. Deshalb sind unsere Angebote aber umso wichtiger!
Eines können wir aber versprechen: Wir werden uns nicht unterkriegen lassen, zumal unsere ehrenamtliche Arbeit anlässlich unseres 20-jährigen Bestehens von Vertretern der Gemeinden Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal einhellig gelobt worden ist. Wenn wir es denn dann schaffen, in den nächsten 20 Jahren auch noch die nötige Anerkennung dafür zu bekommen, steht auch einem 100jährigen Bestehen der Falken im Grenzland hoffentlich nichts mehr im Wege.
Unsere Idee ist gut, doch die Zeit noch nicht reif dafür! In diesem Sinne verbleiben wir mit unserem Falken-Gruß
Freundschaft!
Eure Falken
